Archiv für den Monat: August 2010

12. August 2010

Denkpause: Die Komm-Tasche

Neulich erhielt ich eine E-Mail mit dem Betreff: “Having a monster cumshot” mit einem ausführlichen Protokoll, warum der Mailserver mir diese Mail nicht geschickt habe. Das Protokoll wollte ich nicht lesen, interessiert war ich schon. Heute kam von “Fun Recordings” eine CD mit meditativer Musik, verpackt in einem Luftpolster-Umschlag, der den Namen “Comebag” trägt. Warum mußte ich darauf sehen? Das “Comebag” soll Englisch sein und läßt sich mit Komm-Tasche gar nicht angemessen übersetzen. Das Bäg ist ein Markenprodukt der Firma TAP, mit ® hinter dem Namen. Tap ist nicht Englisch, hat aber viele ähnliche Bedeutungen wie: abgreifen – abhören – abklopfen – abzapfen – abziehen – Abflusshahn – Abgriff – Anzapfung – Gewindebohren u.a.m.

Worte, die ich früher gar nicht kannte und die nun, seit mir das Internet und deutsche Prodackt- & Sprachdiseiner Englisch beibringen, meine Phantasie anregen, zeigen mir auf welchen abschüssigen Weg ich gelangt bin, seit ich DSL habe. Wenn nicht bald Frau von der Leyen Bundeskanzlerin wird, ist nicht abzusehen, wie tief es mit mir noch gehen wird. Internetsperren, mir seid ihr willkommen!

Ich begrüße außerdem Google Street View, das laut AZ mein Wohnzimmer ablichten will und meinen Privatbesitz öffentlich machen möchte – ich habe kein Wohnzimmer und auch keinen Swimmingpool in keinem Garten. Ich begrüße das SWIFT-Abkommen mit den USA, mit dem Bankdaten an Behörden weitergegeben werden dürfen – ich habe keine “Finanztransaktionen” in Finanzparadiese und keine einzige “Kontobewegung” aus diesen zurück. Das bedaure ich natürlich, ich hätte gerne die Sorgen um meinen Reichtum, an denen andere so schwer tragen; ich möchte mit ihnen teilen. Das einzige worin ich reich bin, ist meine Phantasie. Doch die nimmt ab, dank unerwünschter E-Mails mit Betreff und ohne.