24. September 2011

Nachruf auf den Nachruf

Mark Zuckerberg, 26, founder of Facebook, der laut »Guardian« schon mehr als 6,9 Mrd $ wert ist, und der „fastest riser on Forbes rich list“ ist, habe „verlangt“, schreibt »Spiegel online«, daß jeder Juser von Facebook seinen eigenen Nachruf schreibe und ihn immer wieder auf den neuesten Stand bringe. Facebook solle zum Logbuch des eigenen Lebens werden.

Zu jedem Tag – eigener Vorschlag – könnten automatisch Wetterdaten hinzugefügt werden, wichtige Verkehrsmeldungen aus dem Wohnort, größte Staus im Land, Katastrophenkurzberichte wie Taifune an Atomkraftwerksküsten, politische Tsunamis und Daxlinien – als Hintergrundmusik zur Lebensstatistik. Fände ich gut, weiß ich doch selbst nie wie letztes Jahr das Wetter war und gar erst vor zehn oder zwanzig Jahren, als mal etwas Wichtiges in meinem Leben geschah. Die Weltereignisse müssen in Relation gesehen werden zum eigenen Dasein, nur so gewinnen sie Berechtigung, erwähnenswert zu sein.

Die notwendigen Updates zu den Lebenslogbüchern wird bald, sollte das einige Jahren gehen und der Schreib-Überdruß einkehren, automatisch ablaufen; an einer Äpp arbeitet schon ein Fleißiger.

Auch wenn es positiv ist, daß die halbe online-Menschheit dazu aufgerufen wird, nun über ihr Leben nachzudenken und ein paar kurze Resümee-Sätzchen über Fernsehserien, Popgiganten, Markenartikel und deren Bedeutung für das eigene Leben in die Tastatur tippelt – es ist vom Ende her, ja sogar vom Jenseits her gedacht: da mache ich mir Sorgen, ob das nicht eine unpositive, womöglich negative Wirkung auf die Welt hat. 800 Millionen Juser, die zur gleichen Zeit an ihr Ende denken! Das kann die Aura der Menschheit, den ganzheitlichen Astralkörper eines jeden und des gesamten Planeten, das karmische Fluidum insgesamt, und die positive Gedankenwelt, in der wir leben, arg ins Wanken bringen. Und wenn man nur annimmt, daß vielleicht bloß die Hälfte der in Facebook lebenden Menschen, die laut Statistik zum größten Teil erst zwischen 16 und 49 Jahre alt ist (soo jung noch!), an Homöopathie glaubt – darin ist mein Glaube fest und unumstößlich – dann steht das Ende bevor, dann dreht sich die Erde einmal rasend schnell um die eigene Achse und die Pole kippen und es wird einem schwindlig. Es ist eine Naturkonstante in der ganzheitlichen, mehrtausendjährigen Gedankengeschichte, daß je dünner der Gedanke ist, desto größer seine Wirkung. Soll ich Beispiele aufzählen? Nein, ein Beweis ist nicht notwendig, man kann’s getrost glauben.

Als ich beim Kartenspiel vor ein paar Tagen aus Lust oder Unlust den Maya-Kalender erwähnte, der kommendes Jahr völlig und restlos ende, – wann genau? wurde ich gefragt – konnte ich das nicht final und exakt beantworten. Es hängen Vorhersagen und Vorhersage-Wünsche, einmalige, mit Spannung erwartete Endzeitfreuden, an diesem Kalender, nicht am Kalender selbst, sondern an seinem Ausgang. Alles geht auf ein Ende zu, keine Neuigkeit, aber eine von Bedeutung!

Details zum Kalender stehen im Internet. Ich persönlich denke: Hoffentlich haben die Mayas sich nicht verrechnet. Und was, wenn sie nicht so gut im Rechnen waren! Vielleicht Erst-Klässler gewissermaßen, die am Anfang des mathematischen Universums auf das Ende aller Zahlen hofften, wie so mancher Rechenschüler, der das alles bloß blöd findet, nur nicht den Glauben an seine eigene Klugheit dabei verliert.

Viele Zeichen deuten schon auf Verfall hin. Wenn der Maya-Kalender ein universelles Gleichnis ist, warum denn eigentlich nicht? dann beginnen die Dinge schon vorher zu verfallen. Alles trägt den Stempel des Verfallsdatums, da brauche ich nicht nur auf den Joghurtbecher zu schauen, er steht auch auf Schokolade. Was bauen wir noch große und größere Bauwerke, gar bedutungsvolle Riesen-Hotels, deren Namen schon Anzeichen von Untergang in sich tragen? Mir fällt dazu allerdings lediglich das Hotel Atlantis in Dubai ein. Der 800 Meter Turm Burj Chalifa, das „Architekturwunder in Dubai“, von dem aus man nichts als Ödnis betrachten kann
Bild: Aussicht vom Burj Chalifa

soll demnächst von einem 1000 Meter hohen übertroffen werden. Wird da jemand von einem Weltwunder sprechen? Niemand. Aber im kommenden Jahr, wenn der Maya-Kalender endigt, dann könnte ich es mir schön vorstellen, von dort zuzusehen, wie der Welt größtes Ereignis, ihr Untergang, aussieht. Da bekäme man etwas für das Geld, das man in das Aussichtsfernrohr wirft – keine vergeudete Ausgabe, man würde sie nicht bereuen! Aber gilt der Kalender-Untergang der Maya nur für die westliche Welt, die an deren Untergang nicht unschuldig ist? und hat er für die arabische, die nun rasend schnell von ihrem Frühling in den Herbst kommt, und gar nichts dafür kann, auch Gültigkeit? Wer weiß das?

Und wer weiß, wie das Ende sein wird?

Eine Frage, der man sich stellen muß, nicht erst, wenn man an seinem Nachruf werkelt. Es gibt ein Szenario, ich will es entwerfen.

Der „Planet X“ wird unser Schicksal sein, der unbekannte 10. Planet unseres Sonnensystems, der im Vorbeiflug am Ende des Jahres 2012 die Erde so dicht passieren wird, daß sich Auswirkungen jetzt schon zeigen:

Warum fällt zur Zeit gesellschaftlich, politisch, wirtschaftlich, finanziell alles zusammen?

Überall auf der Welt bauen Regierungen bereits Bunker, um die Mächtigen vor dem Einfluß dieses Planeten zu sichern – doch alles darüber wird geheim gehalten. Die Nasa weiß selbstverständlich weiß mehr darüber und das Amerikanische Militär; aber sie schweigen, sie wollen uns nicht in Panik versetzen, wird vermutet. Ich vermute noch (ich bin da nicht alleine!), daß der Mossad auch hier mitmischt, (der Mossad, der sagenumwobene alleskönnende israelische Geheimdienst, dem die westliche Welt, vor allem die linksherum Denkende, alles unermeßlich Böse zutraut: Wer steckt hinter der Gründung der Hamas im Gaza-Streifen? Keine Frage für Bescheidwissende!). Auch das FBI ist mit von der Partie, der/die CIA, kurz alles was aus den Vereinigten Staaten kommt und fürs Kapital ist. Das will ich hier gar nicht weiter begründen, ich sage nur das, was in einem vielgelesenen Blog steht:

Wie so häufig stellt sich also die Verschwörungstheorie später als wahr heraus.

Wie wahr, teilweise. Es handelt sich ja nicht um eine einzige Theorie, wie hier irrtümlich geschrieben wird, sondern um ein ganzes Netzwerk von Theorien und Theoretikern – nun, aber in der Mitte des Netzwerkes sitzt eine Spinne! Und alle Fäden führen ins Machtzentrum. Ein Bürgerschornalist faßt meine Gedanken so zusammen:

… stellt in seinem Blog die These auf, die USA würden absichtlich in all diesen Fällen sich widersprechende Meldungen herausgeben, um dann Ziel von vielen „Verschwörungstheorien“ zu werden. Da unter den Verschwörungstheoretikern immer auch Spinner sind, kann man die dann benutzen, um alle Leute als „Verschwörungstheoretiker“ zu diffamieren, die jene Ungereimtheiten aufdecken.
Damit sei man dann den Kritikern immer voraus, denn man kann sie leicht diffamieren und jede noch so gewagte Lüge scheint plötzlich wahr zu sein. Interessante These.

Interessante These! sage ich auch.

Ich weiß, was Zweifel an der Welt sind! Ich bin vor über 40 Jahren freudig und mit offenem, völlig unverdorbenem Geist durch die große Schule des Herrn von Däniken gegangen, Seite für Seite, These für These. Mein übrig gebliebener Restverstand konnte sich meinen jugendlichen Elan im Anzweifeln aller als unumstößlich geltenden Wahrheiten bewahren und arbeitet auch heute noch unermüdlich.

Der wahrheitssuchende Priester muß wieder beginnen, an allem Etablierten zu zweifeln.

schreibt er. Was für ein aufwühlendes Buch für einen Dreizehnjährigen wie mich waren die „Erinnerungen an die Zukunft“.

Mit der Zukunft ist es allerdings bald vorbei, und mit der Wirklichkeit auch. Und der Wahrheit? Sie hält sich in Dimensionen verborgen, von denen wir noch keine blasse Ahnung haben. Aber über den Planeten X wissen wir einiges.

Es ist schwer sich über ihn, auch unter dem Namen Nibiru bekannt, anders als vertraulich zu informieren. Informationen darüber werden aus dem Internet gelöscht. Woher weiß ich das? Ich habe Spuren gefunden. In einem Forum. Da fragte jemand, ob es auch anderen schon aufgefallen sei, daß alles in Zusammenhang mit dem Planeten Nibiru, ein geheimnisvoll nach Ur-Antike klingender Name, gelöscht werde. Ich habe mir diese Seite gemerkt, alles kopiert, was ich da gelesen hatte – und anderntags war das Wort Nibiru nicht mehr auf meinem Computer, noch unheimlicher: Es war auch nicht mehr im Internet zu finden, nicht das, was ich gelesen hatte – keine Nachricht darüber, daß alles über Nibiru gelöscht werde! Ich erschrak. Also auch das gelöscht!

Klarer Beweis, daß hier jemand Ziele verfolgt, die er geheim hält; aber es nützt ihm nichts, sie sind so leicht zu erkennen, daß sie jedem einleuchten; er braucht nur ein wenig in seiner eigenen Hinterstube den versammelten Staub aufzuwirbeln mit einem neuen einleuchtenden Gedanken. Das geht wie mit allen Dingen, an denen was nicht stimmt; man mache einen Selbstversuch.

„Die pure Vernunft darf nicht siegen“, sagte auch der Papst vor ein paar Tagen; das sagte auch Tocotronic in einem Lied. Die pure Vernunft! Hat schon jemand mit ihr gearbeitet? Hat sie schon jemand zu sehen bekommen? Gehört hat man oft von ihr; sie sei so kalt, daß man sie nicht anfassen möchte; sie sei schneidend und erbarmungslos wie ein Folterer, der in dunklen Kellern an seinem schlechten Karma und an dem miesen des Gefolterten arbeitet. – Das kann die Vernunft nicht sein, sage ich mir. Im Keller des Verstandes herrscht das reine Gefühl, nicht aber die Vernunft.

Ich schreibe bereits an meinem Nachruf, dies ist ein Teil davon. Es wird ein Weckruf: Gib dein bißchen Verstand nicht auf, Bernhard Ka.! Im Zweifel für den Zweifel – auch ein Lied von Tocotronic.

Aber der Zweifel ist nichts wert, wenn er mit dem Verstand nicht arbeitet, sondern nur mit dem Gefühl.

Bei diesem Lied von Tocotronic, Das Blut an meinen Händen, bekomme ich Gänsehaut. Wenn ich mit anderen daran denke, daß der Maya-Kalender unser Ende sei, werde ich müde, so müde und gebe jede Hoffnung auf; aber Gänsehaut bekomme ich nicht, obwohl mich gruselt, daß man an den Maya-Kalender glauben kann.

Zweifellos, das Ende allen Denkens steht bevor. Wenn ich zur Straße runterblicke und eine kopflose Menge laufen sehe: Es sind die auch noch psychisch schwer angeschlagenen Anleger, die für ihre wertlosen Werte irgendwo einen sicheren Hort suchen, in der Hoffnung auf einen Zinseszins für ihre Gier. Das ist das Ende. Dieses Textes.