Archiv für den Monat: Juli 2013

26. Juli 2013

Seisdrum

Im südbayrischen Raum vermute ich das Zuhause einer Formel, die man anderswo gewiß auch hören kann, die aber durch den dort gesprochenen Dialekt nirgendwo auf dieser Welt so sehr Ausdruck ist des vergeblichen Kampfes aller Bemühungen gegen den Lauf des Lebens und des Sich-Dreinfinden-Müssens. Es ist ja schließlich mein eigener Dialekt, und ich weiß deshalb wovon ich rede, und was dahinter steckt. Das ist so. Und so lautet er:
Es ist wie’s ist!

Er kürzt umständliches Reden ab, führt das Jammern als großstädtische Zeitverschwendung vor, und sagt: Gut findet man’s nicht – das soll als Auskunft genügen – und: Ändern steht leider jenseits des Denk- und Machbaren! Es führt aber auch Gespräche ins Stocken, wenn man etwas mehr wissen will von seinem Gegenüber.

Man kann den Satz seufzen. Man kann ihn auch befehlen; dann heißt er: Ende der Diskussion!

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