Archiv für das Jahr: 2016

15. Januar 2016

Rudern im Wörtersee

Rudern

Da sitzen sie in einem Boot, auf offenem Meer oder auf einem See, oder, wahrscheinlicher, einen Meter vom Steg, und schon rudern sie – zurück natürlich; denn eine Richtung kann keiner vorgeben und ein Ziel ist nicht in Sicht. Ob sie beim Zurückrudern an ihre Autoren denken, die am Ufer noch auf festem Boden stehen?
Der Leser hat das Wort, und Marktführer sorgen für seine Mitbestimmung. Der Leser steht auf flat!

Amazon und Lesegeld

Mehr …? Weniger!
Manch Autor von dicken Schmöckern wird sich in Zukunft, wenn die Verlage das Rudern im Swimming Pool gelernt haben, wundern über den kargen Lohn für seine Schreibleistung. Romane werden vielleicht dünner dank e-book und der Gehalt schrumpft auf Anfang und Ende zusammen.
Andererseits wird gerne gelesen wie geplappert wird, nicht tiefer nicht besser, sondern genau so! oder so? Ach ja? Ja.

Lukas und ich

Okay. Amazons angedachtes Bezahlsystem finde ich persönlich zu großzügig und paßt nicht zum Konzern.
Mein Vorschlag dagegen würde dem Traum eines jeden Autors gerecht werden – welcher wünschte sich nicht, daß jedes einzelne seiner gemessenen Worte auch angemessene Beachtung fände: Eine Bezahlung nach gelesenen Wörtern würde ihn, nach Rückfragen bei Amazon, endlich erfahren lassen, welche seine gehaltvollsten, seine meist gelesensten sind, um sie demgemäß in seinen weiteren Arbeiten besser einsetzen zu können. Keine Wortsuch-Zeitverschwendung mehr, kein überflüssiges Nachdenken und Grübeln, keine Denkerposen vor der Tastatur mehr, nur fürs Image-Foto (oder Foto-Image).

Der Leser würde an der neuen Lektüre erkennen, daß man seinen Wünschen und Vorstellungen folgt und würde es selbstverständlich honorieren mit einem Wunsch nach Mehr, weiter so! Die Honorierung wird zwar nur flätt ausfallen, doch vom Autor her gesehen sind ja auch die Romangeburtswehen/mühen erheblich schmerzgemildert. Ausgerüstet mit dem entsprechenden wichtigen Wortbestand kann er sich schneller ans neue Werk machen. Am geeignetsten scheinen meiner persönlichen Meinung nach dafür Krimis zu sein. Publikum und Schriftsteller sind bereits eingeschossen auf dasselbe Fortsetzungs-Personal. Man kennt es, man liebt es und liest gerne dasselbe Ähnliche wieder.

Technisch läßt sich der entscheidende Erfolgs-Wortbestand auf einem e-book Reader mit dem Scannen von Augenbewegungen beim Lesen gewiß einrichten: Dein Buch liest Dich mit. Das ist Kommunikation 4.0 oder schon 5.0.


Die Autorin obigen Roman-Textausschnitts, verkündet der Verlag in seiner Autoreninfo, liebe „Kaffee und Ohrringe, weil sie auch dann passen, wenn man mal eine Kleidergröße mehr braucht“.
„Zehntausende begeisterter Leser“ beförderten das Buch, zuerst im Internet veröffentlicht, aufs Papier, schreibt der Verlag – der rudert in den richtigen Gewässern: er läßt sich treiben. Es ist eine fröhliche Kahnfahrt, an der wir alle teilhaben können, vielleicht sogar interaktiv mitschreiben.
Ja?
Ach! Ja.
Okay.