Archiv für den Monat: November 2008

12. November 2008

Neues vom ALS

[Der erste Als-Artikel: Nichts als Unsinn]
Was hier geschrieben steht, ist in Ausnahmefällen das Neueste vom Neuen. Es ist gewiß nicht das »Beste aus der Milch«; es ist nicht nahrhaft, aber auch nicht ganz ohne Geschmack:

Rezepte als Liebeserklärung – entstammt nicht der Zeitungsbeilage: »Das hilft bei Liebeskummer – eine Expertin gibt Tips« sonst hieße es »Rezepte für Liebeserklärungen«. Das Rezept selbst ist die Erklärung der Liebe (»Die Erklärung der Liebe«, ein Romantitel in der Art von »Die Entdeckung der Langsamkeit« etc.; muß nur noch jemand den Text dazu schreiben). Früher schenkte Mann etwas Praktisches zum Geburtstag oder zum Hochzeitstag, wie eine Küchenmaschine oder einen Entsafter, um Ihr das tägliche Küchenleben zu erleichtern, heute ist es ein Lieblings-Rezept, das man ihr gibt, und wenn sie einen liebt, bereitet sie es mit Liebe zu. »Liebe geht durch den Magen« in den Darm? und wird verdaut, auf dem Sofa, an einem Ort wo man‘s bequem hat – so muß Liebe sein.
Bei Rezepten halte ich mich zu lange beim Essen auf und der traditionellen Rollenverteilung am Herd. Es kann auch anders gemeint sein. Rezepte gibt‘s für alles mögliche, nur nicht für das, wogegen kein Kraut gewachsen ist.

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4. November 2008

Ein bißchen Orgon

Vor einigen Wochen wurde mein Computer mit Orgon bestrahlt, aus Versehen. Danach hatte er einige Macken, von denen eine Beunruhigung auf mich überging. Nun scheint alles wieder in Ordnung, aber – das ist meine Beunruhigung – ich glaube, es ist nur vorübergehend besser.

Was Orgon ist, kann ich nicht sagen, ich verweise zur wahrhaftigen Information auf das für im Verborgenen reifende Dinge nahezu allwissende Internet. Das Orgon, das ich meine, kam aus einem Orgonstrahler, den mir Manuel freudig präsentierte, als ich meinen Computer an seinen anschloß, um nachzusehen, ob etwas auf seinem Computer nicht in Ordnung sei. Der Orgonstrahler ist nur ein gewöhnlicher, sehr dicker Stahlstab, an einem Ende flach abgeschnitten, am anderen mit einem Kegel, woraus das Orgon strahlt. Ich hielt den Handteller vor den Strahler, wie mir empfohlen wurde und verspürte einen schwachen, kühlen Windzug. Kinder, sagte Manuel, spürten ihn sogleich, Erwachsene zauderten mit ihrer Empfindung. Mit meiner relativ schnellen Reaktion erzeigte ich mich als kindlich Erwachsener. „Damit“, sagte Manuel, „kann man das Wetter ändern – mit einem größeren Strahler natürlich.“ Man muß daher Vorsicht walten lassen!

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