Archiv für den Monat: Februar 2009

17. Februar 2009

Die vertagte Auslegung

Abkupfern heißt heute Koppi-änd-Päist (der »Eindeutscher« sagt: Kopieren & Einfügen). Es bezeichnet eine Arbeitsweise mit der gelegentlichen Zeitungsberichten zufolge bereits Schulabschlußarbeiten „geschrieben“ werden sollen. Schüler und Studenten bedienen sich ihrer zur „Erschleichung besserer Noten durch unerlaubte Hilfsmittel“ (so umschrieb es einmal ein Lehrer). Früher hieß das „Abkupfern“, und war, noch früher, ein Handwerk, das dem Kupferstecher zugeordnet war. Abgekupfert wurde mit einem feinen Stichel; heute macht das die ungleich gröbere Maus, deren Einführung nahezu die gesamte Arbeitswelt verändert, »revolutioniert«, hat.
Der Kupferstecher war einstmals ein Künstler, der sein Handwerk beherrschen mußte, und schon beim oberflächlichen Betrachten mit Stümperei durchfiel. Dem abkupfernden Copy&Paster ist schwerer auf die Schliche zu kommen. Er ist vornehmlich ein Quellenforscher, der nur die Ergebnisse seiner Nachforschungen bekanntgibt, seine Quellen aber verschleiert.
Wenn es auch anders aussieht, Copy&Paste ist in diesem Blog nicht die Arbeitsmethode; hier wir noch von Hand eingetippelt. Meine Quellen liegen offen, sind Open Source, die allerdings nicht immer munter im Internet sprudeln, sondern sich auch als Druckerschwärze auf dem Papier verfestigt haben.

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