Archiv für den Monat: März 2011

18. März 2011

Waffenexport ohne Kriegshandlungen

Ich war schon so weit zu glauben, die Westerwelle hätte sich aufs Kürzertreten umgestellt, da erscheint er wieder, in der ganzen Größe seiner Peinlichkeit und gibt den friedvollen deutschen Außenminister, der resolut für Sanktionen eintritt, aber in keine „Kriegshandlungen“ hineingezogen werden will – zum Teil abgewägte Worte. 90% der Bevölkerung, sagt eine rasch angefertigte Studie von irgendwem, stehen zu dieser guten Entscheidung, und die LinkePunkt – solide Solidarität und Respekt vor einem „antikapitalistischen“ & „antizionistischen“ „Revolutions-Führer“ mögen tiefere Hintergründe sein als linker „Anti-Bellizismus“.

Kaum einer in Deutschland würde die Bedenken gegen einen Krieg, die er trägt und vorträgt, nicht teilen – er würde als ein kriegerischer Geselle dastehen – vielleicht gilt das nun für mich, da ich partout der Westerwelle in seiner Abwägung nicht zustimmen möchte. Krieg will ich auch nicht; er stand gar nicht zur Rede, auch der Einsatz von Bodentruppen wurde in keiner Resolution beschlossen oder erwähnt. Westerwelle sprach jedoch in seiner Ansprache ausdrücklich von Krieg; es war ein eingefügter, schnell korrigierter Versprecher, für die deutschen Zuhörer.

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15. März 2011

Keine Kehrtwende im wirtschaftlichen Betrieb

Günther Oettinger kündigt „Stresstests für alle Kernkraftwerke in Europa“ an. Gibt es dafür nicht die „internationale Atomaufsichtsbehörde“? Nein, die ist nicht zuständig, denn es gibt sie gar nicht, auch wenn sie zitiert wird. Aber sie wird beim Anforderungskatalog eines Stresstests mitreden und mitbestimmen. – Das ist eine Nachricht aus einem der vielen „Live-Ticker“, eine kurz zuvor gemeldete kommt aus Stuttgart:

Stefan Mappus teilte im Stuttgarter Landtag mit:

„Neckarwestheim I wird abgeschaltet – dauerhaft – und stillgelegt“

und betonte, es gehe bei dem gemeinsamen Beschluß (Betreiber und Regierung) nicht um die bevorstehende Landtagswahl.

„Ich mache keine Kehrtwende … Was wir tun, ergibt sich aus sich selbst heraus“.

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15. März 2011

Das lange Gesicht der internationalen Behörde

Gestern habe ich zum ersten Mal gesehen, daß der Ausdruck, er „machte ein langes Gesicht“ sehr treffend bildhaft ist. Das lange Gesicht war der Ausdruck eines Sprechers der IAEA, oft auch bezeichnet als „Internationale Atomaufsichtsbehörde“. Mag sein, daß wir Deutschen den Behörden abschätzig gegenüberstehen; grundsätzliches Vertrauen haben wir aber doch in sie. Das wird der Grund dafür sein, daß man die IAEA bei uns auch als „Behörde“ bezeichnet, obwohl es sich nur um eine Organisation handelt, die laut Satzung „den Beitrag der Kernenergie zu Frieden, Gesundheit und Wohlstand weltweit beschleunigen und vergrößern“ soll.

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13. März 2011

Von Kernschmelze ausgehen

Röttgen geht von einer Kernschmelze aus

überschreibt die Frankfurter Rundschau eine Pressekonferenz mit dem Umweltminister. Wohin führt ihn sein Gang? Von wo er ausgeht, wissen wir nun. Für unsere Zukunft wird wichtig sein, wohin er geht. Was er machen wird, haben wir spätestens seit der mißlungenen Einführung des „Biosprites“ E10 erlebt: Einberufung einer Konferenz, und alle Beteiligten und Kritiker, Autoindustrie, ADAC und Mineralölkonzerne darauf zu drängen, weiterzumachen wie bisher, lediglich die Anstrengungen in Bezug auf „Aufklärung“ zu erhöhen. Die Regierung schaltet ganz offen um auf: Propaganda. Das soll funktionieren, es ist das Mittel der Wahl, das gar nicht mehr verdeckt werden muß.

Von der Kernschmelze wird ausgegangen. Das Wort, das, wenn man schon geht, vermieden werden soll, heißt „Laufzeiten“. Deshalb spricht er mit genügend moralischer Verärgerung, eine erneute Diskussion über Atomkraft halte er für deplatziert –

für völlig deplatziert, um es ganz zurückhaltend zu sagen.

Deplatziert – wo wäre denn der richtige Platz? Nur ein paar Zentimeter daneben. Die ganze Zurückhaltung, mit er das zurückweist, verrät einen kaum verhaltenen Zorn darüber, daß eine Diskussion oder “Debatte” wieder aufkommen könne, welche die Regierenden für völlig abgeschlossen betrachten, seitdem sie punktum vertragliche Tatsachen geschaffen haben, an der noch weitere Generationen nichts mehr ändern sollten. ‚Darüber reden wir nicht mehr!‘ – so klingt es, wenn ein „Wirtschaftsexperte“ (!), Herr Fuchs, Parteimitglied, sagt: „Es ist nicht berechtigt, aus den Ereignissen in Japan Rückschlüsse auf die Nutzung der Kernenergie in Deutschland zu ziehen“. Nicht einmal die Berechtigung ist vorhanden, es fehlt uns die vertragliche Grundlage. Der Wirtschaftsexperte sagt nicht, daß es falsch sei, so etwas zu behaupten, auch wenn er es meint; er sagt nur die Wahrheit: es ist zementiert worden, und abgesichert. Das Restrisiko der Verantwortung werden gewiß nicht übernehmen: das Merkel, Röttgen, Fuchs u.a. wenn sie auch sonst immer gleich dazu stehen, was sie machen; im Ernstfall bekommen sie in schlechten Träumen nur graue Haare.

Was vermuten die Experten und Befürworter, die doch gerade erst alles so schön unter Dach und Fach hatten? Es klingt sehr deutlich heraus: daß die Gegner aus der Katastrophe Kapital schlagen könnten. Dafür zeigen sie moralische Entrüstung, die Kapital genug sein sollte – die stets und immer gut aussieht, gerade bei Männern und Frauen in Geschäftsanzügen – andere müssen sie nicht öffentlich demonstrieren. Kapital wird genug aus der Atomkraft gezogen! Das weiß die Regierung bestimmt sehr gut. Nur kein moralisches! Das wäre jetzt von Nöten, es eilt, denn es stehen Wahlen an.

10. März 2011

Alte Frische, neu

Hier entsteht demnächst:

Ein neuer Anfang


Nachdem ich aus Versehen meinen alten Blog beim Einrichten des neuen, zennn.de, von meinem Server gelöscht habe, denke ich tagtäglich an einen großen neuen Anfang, nicht nur im Schreiben, sondern auch gleich in allen anderen Bereichen meiner Persönlichkeitsentfaltung und -aufwicklung.
Wiedereröffnungen im Frühling, zum Beispiel von Eisdielen, werden mit Schildchen, auf denen steht: in alter Frische oder gar: in gewohnter alter Frische beworben. So wird es hier nicht sein. Die Frische zieht immer noch zum Fenster herein, das Alter und die Müdigkeit – stehen vor der Tür (wo sonst). Gelegentlich klopfen sie an und bitten um ein kurzes Bibelgespräch, aber noch kann ich der Versuchung widerstehen und mache die Türe ohne ein Widerwort zu, freundlich nicht, nur ein wenig belästigt. Mit Gelesenem gelingt mir das nicht, es fordert mich zu Gesprächen auf – innere Monologe werden die – keine Selbstgespräche!

Der Frühling ist bei mir noch nicht angekommen, dennoch, insgeheim denke ich an einen Anfang, ich muß! Der Winter zieht aus meinem Herzen nicht aus. Das hat mit meinen Lektüren zu tun.

Angeblich liegt Magie in jedem Anfang. Und Magie soll es sein, die all die Schlagzeilen, die mich doch beschäftigen, wieder bannen, in die Zeilen, die ich dann vor mir auf dem Bildschirm sehe.

Deshalb: Hier entsteht demnächst: Ein neuer Anfang