Archiv für den Monat: April 2012

26. April 2012

Die Geeeste – erfaßt!

bild: Hagen RetherNach Ergriffenheit durch die Geeeste alles weitere nicht mehr so genau nehmen –

Die Geste ist schlicht: zurücklehnen, sich nicht aufregen und plaudern; die Erwartungen im Publikum sind groß und werden erfüllt: Hagen Rether zieht sich vor sein Headset-Mikrofon die geistigen Absonderlichkeiten, die aus unserem medialen Leben heraus auf unser alltägliches Befinden und Urteilen Einfluß nehmen, und zerlegt sie in die Bestandteile. Von den vielen Sorgen und Aufregungen bleibt nur die Künstlichkeit übrig, mit der wir von den wirklichen Sorgen abgelenkt werden.

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15. April 2012

Themaverfehlung: Gedichtinterpretation

Was Günter Grass uns sagen mußte, würde er uns heute anders sagen, sagte er. Als ein Dichter, der sich seiner Mittel immer unsicherer wird, sollte er nicht zu Versen greifen und sie der „Süddeutschen Zeitung“, der „New York Times“ und der „Reppubblica“ zur Veröffentlichung überreichen. Was er uns gesagt hat, darüber ist viel gestritten worden. Viele in Foren kommentierende Leser sind ihm dankbar, endlich einmal ausgesprochen zu haben, was sie Zuhause anscheinend seit Jahren hinter vorgehaltener Hand nur sich zuflüstern – denn es hat sich in Deutschland der Mythos verbreitet, man dürfe so manches nicht sagen – was mit Kritik an Israel zusammenhänge.

Doch zum zürnenden Verdruß des Dichters und seines nickenden Publikums, sagen die Zeilen und Strophen des Poems nicht nur das, was „gesagt werden muß“, sondern auch, was zum Dichter zu sagen ist.

Daran hat er selbst den größten Anteil. Hätte er nur ein zweizeiliges Haiku verfaßt über seine Angst

Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden

wäre der Widerhall gering bis gar nicht vorhanden gewesen. Hätte er darüber hinaus nicht einen Großteil des Gedichts der Begründung gewidmet, warum er nun etwas sagen müsse, und warum er so lange geschwiegen habe, kaum einer wäre darauf gekommen, daß hier die Verpackung der Inhalt ist, und drinnen eine Größe Tüte Hausgespenster. Glaubt er gar die Zeile

das Verdikt „Antisemitismus“ ist geläufig

einfügen zu müssen, huschen sie auch schon heraus, und wird man gerade erst recht alle übrigen Zeilen, und alles, was dazwischen zu lesen ist, danach abklopfen und wird sich erst recht fragen, warum er sie einfügt. Was bewegt sein höheres Ich so sehr, daß er nicht einfach mitteilt, was doch bald Tatsache sei: Israel könnte

das iranische Volk auslöschen

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13. April 2012

Einladung ins Grab

Wie alt issern?
  15.
Der hot sei lemm glebbt.
  Er lebt noch.
So so, er lebbt noch…