Archiv für das Jahr: 2014

13. April 2014

Berlin, vielleicht

Als ich das erste Mal Berlin besuchte, hatte man mir empfohlen, eines der Stadtmagazine gleich am ersten Kiosk zu kaufen, um all die kulturellen Angebote, die in einer solchen Großstadt auf einen warten, durchzustudieren und auszuwählen. Das Angebot ist immer so überragend, daß man als ganzer Mensch die Pflicht hat, es im bescheidenen kleinen Teil zu überblicken und wahrzunehmen. Das Versäumte nachholen kann man in der Provinz nicht mehr, die ist außerhalb der Stadtgrenzen Berlins überall, und hört erst wieder vor Paris/London auf.
Berlin, ein Nest
Nun kaufe ich mir seither zuallererst so kleingedruckte Information, daß ich inzwischen glaube, das Kleingedruckte gehöre nicht nur in Miet- und sonstige Verträge, sondern auch zur Subkultur der Stadtmagazine. Noch bevor ich herausfand, daß ich für das kulturelle Mega-Ereignis dieses Jahres (»Ein Kran hebt tonnenschwere Werke in den Gropius-Bau«) zu früh angekommen war, befand ich mich schon in der »Coolness-Debatte«, die in New York angestoßen (»Berlin is over«), die Berliner beschäftigt, die sich mit so etwas beschäftigen. Da wurde ich schon auf der Titelseite belehrt, daß das Wort Cool nun doch wieder cool ist; ich hielt es für aut.

Coolness
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11. April 2014

Populäres Thema: Haltungsschaden

Rätsel in Schlagzeilen lösen sich meist auf, wenn man den Text dazu liest; man bekommt im geringsten Aufklärungsfall einen Hinweis, worin das Rätsel besteht.

Maler gibt weiter Rätsel auf

zieht mich aus Berufsgründen an: Ich male (Sie malen? Ich auch! Wollen Sie es sich ansehen?). Ungern nehme ich Themen zur schriftlichen Meinungsäußerung an, die im Wohnort meiner Zweitwahl bitter und heiß beredet werden. Man hat mir berichtet, daß so etwas geahndet wird – »über deeen schreiben wir nicht!!! Der will nur Aufmerksamkeit!« Man kann weinen, schreiben und betteln, aber es hilft einem nur Verzweiflung über die strafende, schreiend ungerechte Nichtbeachtung hinüber. Dabei bedauert ein Großteil der lesenden Deutschen Bevölkerung, daß die »Mainstream-Medien« über so vieles ganz und gar nicht schreiben, daß diese »Mainstream-Medien« Mitläufer seien, gelenkt von Kräften, über die man sich nur in Foren ausgiebig unterhalten könne, weil nicht gesagt werden dürfe, was keiner einem verbietet zu sagen. Man hält sich die Hand einfach so vor den Mund und verbreitet dann schon das Geheime, das jeder sich denkt, dem das Wort Kompliziert zu kompliziert ist und nach Gehirnwindungen klingt.
Achtung Redaktionen: worüber ihr gar nicht schreiben wollt, das diskutieren die Leser am meisten.

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