Archiv der Kategorie: Freistilistisch

30. Juni 2013

Dokument 12 – Zweiter Ereignisfeldzug

/* KEIN GEDICHT !! - sieht nur so aus ... */

  • I
  • Liebe Freunde der Kakophonie,
  • aus vollem Orchester und mit ganzer Dröhnung verfing sich mein Tag, mein schönster Tag in einem Ich und fing zu verglühen an.
  • (Sternchen vor den Augen im Andromeda-Nebel.)
  • Von mir: nichts mehr.
  • Vor mir: nichts mehr.
  • Hinter mir: nichts mehr. Und nichts weniger.
  • Enttäuschung stand im warmen Regen auf einem Bein.
  • Tränen wurden zu Zähren und großen jugendlichen Gefühlen – ich war: betrogen von Anfang an.
  • Ich begann die Wanderung durch Gütesiegel und klare Herkunftsetikettierungen gegen Unrechtsstaaten.
  • Von Schurken kaufe ich nichts!
  • Es war in der Gesellschaft angekommen: ein positiv bewegtes Bild von erstaunlich gründlicher Ganzheitlichkeit, mit klarem Beuteschema und zweideutigen Aussagen.
  • Eine Hintertür für Hinterhältigkeit und Diffamierung bleibt immer offen.
  • Von Schurken kaufe ich nichts!
  • Die gute Verdauuung ist mein Heiligtum. Mein Darm bin ich.
  • Willkommen in der Krise. Meine gesunde Haut sprach einstmals Bände.
  •  
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9. Juli 2012

Gebeutelt – Erster Ereignisfeldzug

/* KEIN GEDICHT !! - sieht nur so aus ... */

  • Mein Hosenbund hatte einst 22 Mitglieder. Ich war oft dabei und mittendrin!
  • DABEISEIN
  • wurde ganzganzganzganz
  • groß bei mir geschrieben.
  • Und ich vergas, was ich nicht wußte, niemand konnte es mir wiederbringen.
  • Zum Hurra-Schreien war das leider nicht und zum Fahne-Zeigen auch nicht geeignet.
  •  
  • „Arbeit ist großartig, schrie ich schon frühmorgens nach dem Zubettgehen.
  • Fünf Worte, die fürchterliche Folgen hatten – man darf es sich ausmalen, nur nicht zu bunt, nur das nie nicht!
  • Doch heute saß ich alleine mit mir herum, grün hinter den Ohren, Strohrumwitwer, verkatet, verbeutelt, zerknaatscht,
  • absolut und relativ zufrieden und
  • unterhielt mich prächtig mit
  • – – semmelknödelweichen
  • – – weißwurstkesselwarmen
  • – – haferschleimfeuchten
  • Philosophiehappen über das Leben und
  • seine Begleitumstände und:
  • Wieso überhaupt Sterben?
  •  
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2. Juli 2012

Gednaken

/* KEIN GEDICHT !! - sieht nur so aus ... */

  • „Die Gedanken sind frei,
  • deklamierte der Dichter und stürzte sich ins eigene Elend,
  • nicht damit, nicht dadurch
  • sondern weil es eben so ist.
  • „Es ist so wie es ist, sagte er, es hat keinen Grund und keinen Boden und keine Aussicht auf Besserung.
  • „Ich möchte weinen,
  • sagte er nicht.
  • „Unnötig,
  • sagte ich, der gerade hoch erhobenen Hauptes aus dem Elend stolzierte.
  •  
  • Ich schnallte den Gürtel enger. Wunderbar! kein Verrutschen der Hose mehr!
  • „Die Gednaken (Gedanken) sind blei,
  • wurde ein weiterer Dichter zitiert,
  • fälschlich von mir.
  •  
  • Das Publikum nahm Abschied vom Applaus.
  • Es gefiel ihm wenig, so verwöhnt war es, daß es schlichte Unterhaltung vorzog,
  • bevor es stillgelegt oder stilgerecht in den Biergarten einzog,
  • mit lauten Bestellungen, Getöse, Gedränge und
  • neuen Gednaken; das gefiel ihm, der dumme Versprecher, der Vorbote war
  • weiterer Gednaken zum Thema Freistildenken: heute und gestern.
  •  
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12. Januar 2012

Bauchgeschäfte

Bruder Ehrlich meint, die Welt gehe nun wieder weiter unter, aber er frage sich, es frage sich nur wie. Dieses Jahr (2012 – für spätere Generationen angemerkt) seien die Aussichten besonders günstig, ein Spektakel zu erleben, das man als Liebender, das Leben Liebender, bestimmt gar nicht sehen wolle.

„Für den Konsumenten aller bildorientierten Programme nix besonderes“, sagt Tenna, die Tochter des Tennos – aber der nennt sich nur so, weil: ein Spitzname muß sein. Er trägt ihn schon seit der Wahnsinns-WG seiner Studentenzeiten – die so schön waren wie’s die Wochen-Magazine mit ihren Kämpus-Beilagen gar nicht zu beschreiben vermöchten (wo Urlaub machen, welche Kneipe besuchen, welchen Cocktail schlabbern, wo am besten mit wem ins Bettchen hüpfen und wo seine Hängematte im Park aufhängen). Als Tenno in die Jahre kam, die er nun auf dem Buckel trägt, wurde er, kurz vor seiner Scheidung, Vater. Ihrem Tenno zuliebe gab seine Frau mitten im buntesten frühlingsduftigsten Rosenkrieg ihrer Tochter als Erinnerung an gute und schlechte Zeiten, die sie aber nicht teilen wollte, den Namen Tenna.

Das ist die Geschichte von Tenno, der in der Versenkung wieder verschwindet mit dem neuen Corsa fürs Gelände, sein Name ist Mokka, nach Marokka, wegen der Steuer. Er hat ihn sich, sagt die Staatsanwaltschaft, die neben Tausenden anderen seine Konto heimlich gläsern machte und wie einen Wald auflichtete und durchforstete, mit einem Wurm; an Würmer denkt ein solcher Mann wie Tenno nicht! – er hat ihn sich durch Sozialbetrug abgestaubt. Warum nur immer diese Sätze so verschraubt werden, so daß ich noch einmal halb von vorne anfangen muß. Ich mach’ das nicht gern!

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