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28. Oktober 2011

Ein Land bemerkt nicht, daß es nicht feiert

Die »Zeit« feiert mit einer

Bild: 50 Jahre Einwanderungsland

Deutschland als 50-jähriges Einwanderungsland.

Im Oktober 1961 schließen Bonn und Ankara ein Abkommen zur Anwerbung türkischer Arbeitskräfte. Heute leben hier drei Millionen Deutsch-Türken. Und wo bleibt die Party?

Grund zum Feiern sollte es immer geben, aber wir Ur-Deutschen feiern nur bis in die Puppen, wenn’s tüchtig Alkohol gibt, dann können wir uns unserer Strenge entschlagen und Verbrüderungs-Gefühle frei laufen lassen. Wir gelten bei den Ausländern der Welt nicht als Volk, das gut feiern kann. Volk? Viele wollen gar nicht als Teil dieses Volkes angesprochen werden und lieber draußen bleiben, wo’s ihnen zu deutsch scheint – und damit können wir sie unherzlich zurückgekehrt in unserer grummelnden Gemeinschaft umarmen. Wir reden kaum darüber, was deutsch ist oder nicht, sondern was typisch deutsch ist. Und wenn etwas „typisch deutsch“ ist, dann mögen wir es nicht, wir kritischen, von deutschen Eltern und Großeltern entstammenden Deutschen – das ist typisch für uns.

Mit dem Wort typisch hexenkesselt man sich selbst ein! Ich werde es nur mehr verwenden, wenn ich mir zu 50% ganz sicher bin, daß etwas typisch ist.

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