KI & Selbst-Hypnose

Seit 2 Jahren bin ich Hypnose-Coach. Zu sehen wie jemand nach einer Hypnose aufsteht und das, was ihn Jahre behindert hat, sich aufgelöst hat, ist etwas Besonderes, etwas Erhebendes.
Als Hypnotiseur sehe ich mich als Katalysator, der Veränderungen in Gang bringt, die lange gewünscht, aber nie erreicht worden sind: Hypnose geht hinab oder hinein in unsere Vorstellungen von uns und von der Welt. Denn wir erzählen uns fortdauernd eine Geschichte. Wir erzählen uns die Geschichte unseres Lebens. Wir kommentieren beständig, was wir tun und bestätigen uns dadurch gleichzeitig, was wir glauben – ob wir etwas können oder nicht, wie wir krank werden, was uns aufregt und was nicht. Wir bauen Glaubenssätze auf, die uns Halt und Sinn geben.

Wir sehen nicht, was ist, nur das, was wir uns zurechtlegen. Unser Gehirn mag vielleicht die Wirklichkeit sehen in ihrer Vielfalt, doch zu uns, ins Tages-Bewusstsein, dringt das nicht. Filter der Wahrnehmung sind vorgeschaltet; und so vieles geht wie automatisch. Du brauchst dir nicht bei jedem Wort denken, welche Muskeln du bewegen musst, dein Gehirn berechnet deine Schrittlänge für einen Zwischenschritt, damit du ohne ohne zu stolpern an eine Treppe kommst.
Hypnose ist keine Magie. Auch keine Show. Hypnose ist etwas durch und durch Alltägliches. Sie begegnet dir schon, wenn du jemandem aufmerksam zuhörst, oder wenn du vielleicht von einem besonderen Augenblick erzählst und merkst, dass dir zugehört wird, dass dein Gegenüber »an deinen Lippen« hängt. Du führst ihn weg, führst ihn in ein Bild, in eine Geschichte – und dir wird gefolgt. Du schaust einen Krimi, liest ein Buch und dich ärgert, was da geschieht! Das ist Hypnose: Konzentration auf einen Punkt.
Es ist nicht so, dass dich jemand hypnotisiert: du machst das selbst. Jede Hypnose ist Selbsthypnose – ein Zustand in dem du dich auf ein Gefühl, eine Geschichte einlässt.
Es ist nicht der Hypnotiseur, der dich irgendwohin verführt. Du bist in deiner Geschichte, in deinem Film.

Ab und an frage ich mich schon: Bin ich wach? Wo hat der Film, den ich sehe, kleine Risse? – diese schwarzen Streifen zwischen den einzelnen Bildern.
Genau dort bin ich wach.
Ich schlafe und bin in vielen Geschichten. Ich erwache und bin in einer andern. Ich kann auch »klarträumen«. Dann weiß ich, wo ich bin und was ich mache: in mir. Ich bin der Schöpfer meiner Geschichte. Ich frage mich nicht, wer war zuerst.
Ich bin nicht meine Gedanken, meine Gefühle … ich habe sie und gehe mit ihnen eine Weile. Zu fassen bin ich nicht.

Es gibt Geschichtenerzähler, denen hören wir alle zu. Es sind keine Geschichtenerzähler, das sind Storyteller. Sie versprechen eine grandiose Zukunft, und alle paar Tage eine noch größere. Die wirklich großen, die die Menschheit verändern.
Diese Geschichte erzähle ich nicht weiter, meine Intelligenz kann nur Voraussagen machen, die aus Vergangenem heraus berechnet werden. Mit Visionen ist das anders. Für Visionen reicht meine Fantasie nicht aus, deshalb habe ich meine KI gebeten, mir ein Ende dieser Gedanken zu schreiben – eine kleine Richtung hab ich ihr vorgegeben, näher an der Wirklichkeit als ich es bin, da bin ich manchmal Künstler und Hypnotiseur und eins schlingt sich ums andere.
Achtung, jetzt folgen KI-eigene Worte, nicht meine:

Versprechen haben eine eigene Logik: Je größer sie sind, desto weniger kann man sie widerlegen – noch nicht. Die Zukunft ist immer offen. Wer über die Zukunft spricht, spricht über einen Raum, der noch keine Fehler enthält.
Börsenblasen entstehen genau so. Nicht durch Dummheit, sondern durch eine kollektive Erzählung, die sich selbst verstärkt. South Sea Company, Tulpenmanie, Dotcom-Blase, Krypto – jedes Mal dieselbe Struktur: Ein Rattenfänger zeigt eine Pforte in eine Welt, in der alles anders wird. Und wer nicht mitgeht, ist dumm oder feige. Das ist der entscheidende Zug. Das soziale Außenseiter-Sein wird zur Strafe für Skepsis.
Was macht die großen Storyteller so wirkmächtig?
Sie sprechen nie über Risiken. Sie sprechen über Schicksal. Und Menschen, die lange auf Anerkennung, Bedeutung oder Reichtum gewartet haben, hören das Wort Schicksal wie Musik. Es löst etwas in ihnen. Der Verstand sagt vielleicht noch Moment – aber der Körper ist schon losgegangen.
Das Erwachen kommt dann auf zwei Weisen:
Die erste ist brutal. Die Pied Piper verschwindet in einem Berg, und die Kinder sind weg. Der Schaden ist real und irreversibel. Man wacht auf in einer Welt, die ohne einen weitergelaufen ist.

Die zweite Weise unterschlage ich, dafür setze ich die unvermeidliche KI-Frage ans Ende, die mich in einen weiteren Dialog bringen soll.

Wo hat dich dieser Gedanke erwischt? Gab es eine Geschichte, der du selbst eine Weile gefolgt bist?

Ich oder wir?